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35c3: Software-Accessibility: Was soll schon schiefgehen?

October 4, 2019


Okay, next up is Software Accessibility – What
Could Possibly Go Wrong? Just as a little heads-up, this is actually
gonna be a German talk so I’m very sorry if you don’t understand. Please use the translations. Okay. Wir müssen reden über Software Accessibility
und was da schiefgehen kann. Denn ich als sehbehinderter Computer- und
manchmal Screenreadernutzer stoße oft auf verschiedene Fehler die so verschiedene Projekte
implementieren, was tatsächlich nicht sein muss. Deswegen werde ich euch heute einfach mal
fünf Dinge vorstellen, die mir persönlich relativ häufig über den Weg laufen. Ich möchte gerne anfangen mit Bildbeschreibungen! Wenn ihr mal im Internet nach Bildern sucht,
dann ist es schon eine Rarität, dass Bilder mal tatsächlich irgendwie beschrieben sind
und wenn sie dann beschrieben sind, findet man in diesen Bildbeschreibungen oft irrelevante
Informationen oder irrelevante Informationen die nicht auf diesen Bildern tatsächlich
zu sehen sind. Ganz wichtig ist es, dass man in Bildbeschreibungen
einfach nur diese Dinge listet, die tatsächlich auf dem Bild zu sehen sind und auch die wichtigsten
Dinge auf diesem Bild als erstes nennt, denn Screenreader-Benutzer gehen in der UI immer
nur einen Schritt vorwärts. Okay, gehen wir weiter. Das mit dem einen Schritt vorwärts ist wichtig
für die nächste Folie, denn diese UI muss auch hinter den Kulissen so aufgebaut sein,
dass sie logisch einen Sinn ergibt. Man darf nicht einfach aus dem einen Kontext
in einen komplett anderen springen und dazu ist es wichtig, diese Elemente einfach ordentlich
zu labeln. Und wenn man sein Interface dann auch noch
lokalisiert, dann sollte man diese Label bitte auch auf jeden Fall auch übersetzen, denn
ansonsten hat man Nachher einen Mischmasch aus verschiedenen Sprachen und das ist tatsächlich
sehr sehr verwirrend. Bitte auch wenn der User irgendeine Aktion
ausführt den Fokus ändern falls da irgendwas passiert und der User nicht in einem komplett
anderen Kontext steht als geplant. Die Label sollten bitte auch Sinn ergeben:
Beim Spiegel hat man da oben z.B. das “Hamburger-Icon” – hat zwar einen Wikipedia-Eintrag, ist aber
für den Otto-Normal-Nutzer nicht gerade verständlich. Und bitte feiert euch auch nicht in euren
Job-Anzeigen für Accessibility-Testing, das nicht stattfindet. Das ist nicht gut. Dann: Social Media! In Social Media-Netzwerken gibt es tatsächlich
auch die Option, Bildbeschreibungen zu verfassen. Diese Bildbeschreibungen helfen Blinden und
Sehbehinderten Nutzern zu verstehen, was man auf eurem Bild sieht, das ihr postet. Leider ist es aber z.B. bei Twitter so, dass
diese Funktionen versteckt werden. Die werden in Accessibility-Menüs versteckt,
d.H. Otto-Normal-Verbraucher werden diese Optionen
niemals finden, weil sie einfach denken werden, dass sie nicht wirklich relevant für sie
sind. Bei Twitter ist es auch so, dass das Ganze
standardmäßig deaktiviert ist: Bitte tut sowas nicht, sondern gebt euren Nutzern direkt
die Möglichkeit, irgendwie Bildbeschreibungen zu verfassen, wenn sie selbst Content bei
euch posten können: Das ist einfach wichtig. Wenn ihr selber Accessibility-Features bauen
wollt für eure App, dann stellt bitte auch sicher, dass ihr erstmal in die Operating
System-Optionen schaut, ob das da vielleicht schon implementiert ist und ihr diese Einstellung
irgendwoher ziehen könnt. Genau. Apropos diese redundanten Informationen, das
ist relativ häufig, z.B. beim SPIEGEL in der Mitte sieht man das an der Folie relativ
gut: Da hat das Bild von dem Artikel genau denselben Text wie diese Artikelüberschrift. Bitte vermeidet sowas und nehmt z.B. das Bild
aus dem fokussierbaren Content raus. Das ist einfach nicht relevant wenn wir da
zwei Mal dasselbe anhören – denn wir können, wie gesagt, nur eine Sache gleichzeitig wahrnehmen,
und diese eine Sache wollen wir nicht zwei Mal hören, wenn wir sie schon überspringen. Und bitte stellt deshalb auch sicher, dass
wir auch wirklich alles das erreichen können, was relevant ist für die Benutzung der App,
denn es könnte passieren, dass die App dann für uns im Endeffekt komplett nutzlos wird. Das ist auch ganz wichtig wenn ihr irgendwelche
Kommunikationsdienste baut. Kommunikationsdienste – damit kommunizieren
Menschen, da können Communities sich austauschen zu irgendwas und es ist mir persönlich schon
passiert, dass Communities in denen ich teilnahm, dorthin wechselten – zu solchen Plattformen
– und man sich dann ziemlich ausgeschlossen fühlt, da einfach keine Rücksicht drauf
genommen wird, wer diese Community denn benutzen kann, wer diese Plattform denn nutzen kann. Zum Beispiel bei Telegram: Telegram ist in
vielen Teilen der Welt sehr sehr bekannt und sehr sehr weit verbreitet, also stellt bitte
einfach sicher, dass die Leute das benutzen können. Nicht nur Screenreader-Benutzer sind davon
betroffen, sondern auch Leute die Switch Controls benutzen, die eben keine Touchscreens oder
traditionelle Peripherie benutzen können, also nochmal eine größere Gruppe. Stellt sicher, dass das für alle zugänglich
ist! Bitte kontaktiert mich über E-Mail oder hier
DECT hier wenn ihr Fragen habt. Vielen Dank!

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